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Was ist eigentlich Vital-Medizin oder Anti-Aging
Einleitung
Die Mechanismen des Alterns und die Möglichkeiten ihrer Beeinflussung sind der weitere Rahmen in dem sich alles abspielt, was sich unter dem amerikanischen Modebegriff „Anti-Aging“ zusammengefasst wird. Wir wissen heutzutage, dass der Mensch von seinem Potential her, gut 120 Jahre alt werden kann. Im Laufe der menschlichen Geschichte hat sich die Lebenserwartung drastisch erhöht. Heute kann ein neugeborenes Mädchen damit rechnen 80 Jahre alt zu werden, für Jungen liegt die Lebenserwartung bei rund 74 Jahren.
Die Gründe für diesen Fortschritt sind kulturelle und medizinischer Art. Die Einflüsse von Nahrungsmangel, Naturkatastrophen, kriegerischen Auseinandersetzungen, Unfällen und vor allem von Infektionen und Seuchen sind erheblich zurückgedrängt. Akute Erkrankungen und Verletzungen hat die moderne Medizin mit Medikamenten und operativen Eingriffen weitgehend unter Kontrolle. Mehr und mehr stehen aber andere Krankheiten im Vordergrund stehen und die häufigsten Todesursachen Folgen sogenannter „chronisch-degenerativer Alterserkrankungen“ sind. Hier stehen Herzinfarkt und Schlaganfall als Folgen der Gefäßverkalkung/Arteriosklerose neben Krebs-erkrankungen an der Spitze. Auch ein Gelenkverschleiß/Arthrose, die Osteoporose, der Diabetes mellitus/”Zucker”, so genannte Autoimmunerkrankungen (z.B. Rheuma, Allergie) und ein Abbau geistiger Fähigkeiten verleiden uns das höhere Lebensalter. Sie werden daher mit Recht sagen: „Was nützt es 80 oder 100 Jahre alt zu werden, wenn die letzten Lebensjahrzehnte durch Schmerzen, Unwohlsein und andere Unannehmlichkeiten geprägt sind?“
Die Erhaltung oder Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit und die Vermeidung bzw. Behandlung von "Alterserkrankungen" sichert auch in späteren Jahren eine hohe Lebensqualität. Alt, aber nicht gebrechlich werden – wie ist das zu schaffen?
Thema Alterung
Um Gesundheit zu erhalten muss neben die akute Behandlung von Krankheiten z.B. mit Medikamenten, die Vorsorge- oder Präventivmedizin in den Vordergrund gerückt werden. Zunächst sind einige grundsätzliche Fragen zu beantworten:
- Wie altern wir?
- Was altert in uns?
- Warum altern wir verschieden schnell bzw. langsam ?
Alterungsprozesse sind abhängig von Genetischer Ausstattung und Umwelteinflüssen. Sie finden in allen Organ- systemen statt. Dabei ist zu beachten, dass die genetische Ausstattung eines Menschen nur so viel wert ist wie die Systeme, die für die Umsetzung der genetischen Bauanleitungen notwendig sind (die Hormonbildung, die DNA-Trans- scription, die Proteinsynthese, die Enzymaktivierung u.v.a.). D.h. die beste genetische Ausstattung nützt wenig, wenn die biochemischen Prozesse, die die Erbinformation in Befehle an die Zelle umsetzen, fehlerhaft ablaufen. Auch hierfür wiederum sind die im Weiteren aufgeführten Umwelteinflüsse verantwortlich.
Unsere Wohlstands- und Überflussgesellschaft beschleunigt „normale“ Alterungsprozesse unerkannt und unkontrolliert. Lebenssituation und -führung mit Risikofaktoren, Ernährung und Bewegung sowie die Aufnahme von Umweltgiften (Passiv- rauchen, Industrie- und Autoabgase, Lösungsmittel, Pestizide etc.) sind wesentliche Einflüsse von Aussen. Viele dieser Faktoren wirken auf alternd auf unseren Körper, weil sich mehr „freie Radikale“ bilden, als abgefangen werden können (das ist keine Bande von politischen Extremisten, die die Gegend unsicher macht, sonder unvollständige Moleküle, die sehr reaktionsfreudig sind). Es summieren sich mehr und mehr Schäden durch diesen oxidativen Stress in all unseren Organen. Dies ist eine, vielleicht die wichtigste, Ursache des Alterns.
Neben diesem oxidativen Stress durch „freie Radikale“ führen auch sinkende Hormonspiegel zu einschneidende Veränderungen im Körpers mit nachlassender Aktivierung der Gewebe- und Organfunktionen. Ein inaktiver Lebensstil und falsche Ernährung evtl. sogar mit Übergewicht führen zu einem langsamen und stockenden Stoffwechsel. Die Ansammlung von Schadstoffen, Stoffwechselabfällen und überschüssigen Säuren führen zu einer Verschlackung der Zellzwischenräume mit erheblicher Behinderung des freien Stoffaustausches. Nicht zu vernachlässigen ist die psychische Ausgeglichenheit. Erst sie macht aus einem gesunden Körper auch einen glücklichen Menschen. Hierzu gehört nicht nur die Fähigkeit Anforderungen mit Gelassenheit entgegenzutreten sondern auch die Existenz stabiler sozialer Beziehungen.
Die biochemische Alterung eines Individuums findet auf der molekularen, subzellulären und zellulären Ebene statt, in Geweben, Organen und in funktionellen Zellgruppen. Altern kann beschrieben werden als die Abnahme von Herzfrequenz und Auswurffraktion, von Gefässdurch- messer und Blutversorgung, von Muskelmasse und Lungenkapazität, von Elastizität der Haut und Funktionstüchtigkeit der Sinnesorgane, von Knochenstabilität, von geistiger Leistungsfähigkeit durch Abnahme der Gehirnmasse, von Aufnahme und Verwertung der Nährstoffe im Darm und der Entgiftungsleistung der Leber und Nieren.
Was also müssen wir tun, um unser Ziel eines aktiven und vitalen zweiten Lebensabschnitt zu erreichen?
1. “Vital-Arzt aufsuchen Suchen Sie sich einen Arzt/Therapeuten, der mit der Materie auskennt. Fragen Sie Ihn nach der Bedeutung und Anwendung von Melatonin. Die Antwort sollte neben der Antwort „Jet-lag“ oder Schlafmittel auch den Hinweis auf die antioxidative Potenz und die Reparatur der Erbsubstanz (DNS) enthalten.
2. Analyse der eigenen Situation, Alterskrankheiten und deren Vorsorge Lassen Sie sich über Ihren Weg zu langanhaltender Gesundheit von Ihm aufzeigen und besprechen Sie die notwendigen diagnostischen Maß- nahmen. Hierzu gehören neben einer körperlichen Untersuchung und der Aufnahme Ihrer Krankengeschichte insbesondere ausführliche Labor- und funktionelle Untersuchungen.
3. Umsetzen der Therapieanweisungen Ihr Arzt wird Ihnen einen Therapieplan erstellen. Soll das gewünschte Ziel erreicht werden ist die Einhaltung des Planes unerlässlich. Hierzu zählt ggf. die langsame Umstellung der Ernährung, eine ausreichende sportliche Aktivität, eine ausreichende Wasser-Trinkmenge und die verordnete Einnahme von Vitalstoffen und Medikamenten.
4. Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen In gewissen Abständen ist eine Kontrolle des Fortschrittes angezeigt. Ein Gesundheitsplan ist kein starres Korsett, das übergestülpt wird, sondern ein dynamischer Rahmen, der den Gegebenheiten angepasst gehört.
5. Positives Denken Spass am Leben und der gelassene Umgang mit Hindernissen ist ein gutes Mittel, um die Gesundheit von Körper und Geist zu unterstützen. Finden Sie sich nicht mit sogenannten Alterskrankheiten ab, tun Sie etwas dagegen.
Sinnvoll ist es oft, für einzelne Krankheitsbereiche ein individuelles Risikoprofil zu erstellen. Die Diagnostik für Herz-/ Kreislauferkrankungen würde in etwa diese Punkte sammeln: Alter, Geschlecht, bisherige Erkrankungen, Familiäres Risiko, Giftbelastung (z.B. Nikotin), Ernährung und Gewicht (BMI), Stressmanagement, Zucker- und Fettstoffwechsel, Blutdruck, Blutdruckamplitude, Framingham-Risiko sowie der körperliche Untersuchungsbefund. Ein neuer, aussagekräftiger Parameter ist der Arterien-Starre-Index (ASI): die einfache und schnelle Messung der Gefäßelastizität und damit der „Verkalkung“.
Die therapeutischen Ansätze ergeben sich aus den vorangegangenen Aussagen zu den Ursachen der Alterung unseres Körpers. Da Altern primär in den Zellen des Körpers stattfindet, ist die Zelle und ihr Stoffwechsel wichtigster Angriffspunkt der Therapie. Ziel ist schädliche Stressfaktoren zu vermindern oder abzufangen sowie die Funktion der Organe und die Reparatur von Schäden zu unterstützen. Ernährungseinstellung, körperliche Aktivität und das Training von Stressabbau sind unter anderen klassischen Naturheilverfahren im Rahmen der Ordnungstherapie Basis für Ihre Gesundheit und Ihre „Anti-Aging“-Therapie. Heute können und müssen wir auf der Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die biochemischen Abläufe unsere Therapie um einige Bausteine erweitern. Dazu zählen vor allem Massnahmen der Vitalstoff-Ergänzung und die Hormon-Ersatztherapie. Über die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen haben Sie sich schon gehört. Sei es Vitamin C zur Bekämpfung einer Grippe oder Calcium und Vitamin D3 zur Behandlung von Osteo- porose. Sinnvoll ist diese Ergänzung schon, aber sie lässt doch erheblich zu wünschen übrig, da sie nur einseitig in die biochemischen Abläufe eingreift und die Komplexität der Sache ausser acht lässt. So gehört zu einer Osteoporose-Therapie mit Vitalstoffen neben Calcium und Vitamin D3 aber auch Bor, Vitamin K1 und Magnesium um eine wirkliche Therapie mit Vitalstoffen zu betreiben. Ähnlich sieht es mit der Hormontherapie aus. Die Gabe eines einzigen Hormons führt zu Wechselwirkungen mit anderen Hormonen. Es ist daher unabdingbar vor der Gabe von Hormonen die aktuelle Situation zu kennen. Hinzu kommt, dass die individuelle Reaktion von Menschen auf eine Hormongabe von Aussen sehr verschieden sein kann. Eine Hormontherapie ist immer nur eine Hormon- Ersatztherapie, d.h. es werden ein oder mehrere Hormone, deren niedrige Spiegel Beschwerden verursachen, auf ein höheres Niveau gebracht. Eine Überdosierung von Hormonen löst keine Probleme sondern kann welche verursachen. Daher gehört eine „Anti-Aging“-Medizin, die ihren Namen verdient, in die Hand eines Arztes oder entsprechend ausgebildeten Therapeuten.
Eine bestehende medikamentöse Therapie wird ausgesetzt oder ggf. zunächst weitergeführt und dann den neuen Gegebenheiten angepasst. Nicht selten ist ein Wechsel von künstlichen chemischen Produkten, deren Wirkprinzip meist die Unterdrückung von biochemischen Abläufen im Körper ist, zu natürlichen Vitalstoffen möglich.
Chancen und Hindernisse
Es ist nicht leicht die „Anti-Aging“-Maßnahmen konsequent umzusetzen. Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier und am hartnäckigsten sind dabei die Ernährungsgewohnheiten. Seit der Kindheit geprägt kosten es einiges an Durchsetzungskraft sich selbst gegenüber in diesem Bereich klare Schnitte zu machen. Aber machen Sie sich keine Sorgen, mit ein wenig Unterstützung haben das schon andere gepackt. Gleiches gilt auch für die körperliche Aktivität und die anderen Umstellungen vorhandener gefährlichen Gewohnheiten, z.B. dem Rauchen. Aber schon nach einigen Wochen werden Sie sagen, dass es doch gar nicht so schlimm und schwer war sich neue, gesündere Verhaltensweisen anzugewöhnen.
Auch die Einnahme von teilweise doch recht vielen Kapsel mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Fischöl ist für einige Menschen ungewohnt und schwierig. Hier hilft es zum einen sich bewusst zu machen, dass Sie dem Körper keine Medikamente zuführen sonder im lebensnotwendige Substanzen in konzentrierter Form zuführen. Die Aufrecht- erhaltung der ausreichenden Versorgung mit Vitalstoffen kann gewöhnlich nach einer ersten Behandlungsphase vermindert werden. Nebenwirkungen sind bei der Gabe von natürlichen Vitalstoffen in den üblichen, teils auch recht hohen Dosen, ausser Symptomen wie der Gelbfärbung des Urin nur sehr selten zu erwarten.
Nicht unerwähnt bleiben soll auch der finanzielle Aspekt einer „Anti-Aging“-Therapie. Hier fallen zunächst die diagnostischen Massnahmen und dabei besonders die Laboruntersuchungen ins Gewicht. So kann die gesund- heitliche Bestandsaufnahme schon mal € 1000,- kosten und effektive Behandlungen haben dann auch noch Ihren Preis. Mit Ihrem „Anti-Aging“-Berater müssen Sie sich daher beraten wie und wie viel Sie in Ihre Gesund- heit investieren wollen und wie viel Sie für andere Zwecke verplanen. Dabei sollten Sie bedenken: je früher Sie anfangen, um so günstiger kommen Sie in Zukunft bei Ihren Gesundheitsausgaben weg. Es ist schliesslich nicht eigentlich neues, das es besser ist nicht zu warten bis das Kind, Ihre Gesundheit, in den Brunnen gefallen ist, sondern vorausschauend zu verhindern, dass es so weit kommt.
Sollten Sie unterwegs Zweifel befallen, dann schauen und hören Sie sich um unter Gleichaltrigen. Zum Beispiel Ihre Schul- abschlussklasse: wie stehst um deren Gesundheit? Gibt es da welche, um deren Zustand Sie diese beneiden oder vielleicht welche, die Sie bedauern? Wie sieht es mit chronischen Erkrankungen aus? Wie viele hatten einen Herzinfarkt, haben Probleme mit den Gelenken oder dem Sex? Sind vielleicht schon welche bett- lägerig oder sogar tot? Fragen Sie sich dann nicht auch warum die und nicht Sie selbst?
Ausblicke
Um es noch mal deutlich zu sagen: Ziel einer „Anti-Aging“-Medizin ist die Steigerung der Lebensqualität. D.h. es soll Ihnen Spass machen zu leben. Das „alterstypische“ Krankheiten Ihnen dies madig machen können wissen sie wahrscheinlich aus eigener Anschauung. Dabei ist der Herzinfarkt oder Krebserkrankungen nur die Spitze des Eisberges. Massnahmen gegen die Prozesse der Alterung, sei es um sie aufzuhalten oder auch um die Uhr etwas zurückzu- drehen, fordern uns jedoch auch. Um es in der Sprache der Ökonomen zu sagen: sie kosten Überwindung und Investitionen, aber sie bringen eine Rendite, die Sie nicht missen wollten. Ich hoffe, Sie haben einen Eindruck davon bekommen was Sie mit Unterstützung einer modernen Medizin gegen Altersbeschwerden und chronische Erkrankungen unternehmen können und bin sicher Sie werden es früher oder später, mehr oder weniger konsequent auch tun!
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