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Osteoporose

Osteoporose – Was tun?

 

Entstehung, Bedeutung und Ursachen der Osteoporose


Unter Osteoporose ("poröser Knochen") versteht man eine Abnahme der Knochenmasse mit Veränderung der Struktur und Verschlechterung der Funktion.

Bis etwa zum 35. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen ständig zu, bis eine individuelle maximale Knochenmasse erreicht ist. Ab etwa dem 40. Lebensjahr werden dann, ausgehend von dieser maximalen Knochenmasse, ca. 0,5 bis 1,5% jährlich wieder abgebaut. Das heisst auch, dass ein verminderter Knochenaufbau in den ersten vier Lebensjahrzehnten die Entwicklung einer Osteoporose begünstigt und zeigt die Bedeutung der Vorsorge vom ersten Lebenstag an.

Ganz allgemein liegt der Osteoporose ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und -abbau zu Grunde. Es kommt zu einer mechanischen Instabilität des Skelettes mit der Gefahr von Knochenbrüchen. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Knochen so porös, dass bereits kleine Stürze, aber auch alltägliche Handgriffe wie das Heben eines schweren Eimers zu einem Knochenbruch führen können.

Am häufigsten kommen Wirbelkörper-, Unterarm- und Schenkelhalsfrakturen vor. Die Handgelenksfrakturen ereignen bei einem Sturz auf die ausgestreckte Hand. Die Schenkelhalsfrakturen sind die folgenschwerste Form der osteoporotischen Frakturen und können zur Immobilität führen.

Die Wirbelkörperfrakturen treten häufig ohne offensichtliches Trauma auf. Sie bleiben zum Teil zunächst unbemerkt und werden als „altersbedingte“ Rückenschmerzen oder „Ischiasbeschwerden“ abgetan.
In Deutschland leiden ca. 7 Millionen Menschen an dieser Volkskrankheit. Die meisten von ihnen sind Frauen in und vor allem nach den Wechseljahren. Damit hat jede vierte Frau über 50 heute eine Osteoporose. Das Risiko einer Frau, eine Oberschenkelhalsfraktur zu erleiden, ist größer als die Summe ihrer Risiken für Brust-, Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs zusammen!
Eine sichtbare Folge zusammengesunkener Wirbelkörper im Bereich der Brustwirbelsäule ist der „Witwenbuckel“. Er entsteht, wenn mehrere benachbarte Brustwirbelkörper einbrechen. Damit einher gehen Größenverlust (dies kann so weit voranschreiten, dass es zu einem direkten Kontakt der Rippen mit dem Beckenkamm kommt), chronische Rückenschmerzen, eingeschränkte Mobilität und Verlust der persönlichen Unabhängigkeit (6 Monate nach einem Schenkelhalsbruch kann sich jede 2. Frau nicht mehr alleine anziehen und können 5 von 6 Frauen nicht mehr alleine laufen). Der damit einhergehende Verlust von Lebensqualität ist immens. Und 20% der Frauen mit Osteoporose erleiden innerhalb von nur einem Jahr nach einem Wirbelbruch einen weiteren Bruch!

Die wichtigsten Ursachen für einen verminderten Knochenaufbau und gesteigerten Knochenabbau sind genetische Faktoren, mangelnde körperliche Aktivität, mangelhafte Versorgung mit Kalzium, Vitamin D und anderen Vitalstoffen sowie Östrogenmangel (bei Frauen mit den Wechseljahren, bei Männern etwas später).

Vielfach übersehen wird die Bedeutung der Ernährung, nicht nur in Hinblick auf die Vitalstoffe und Übergewicht, sondern auch in Hinblick auf die Eiweißüberernährung und der folgenden Übersäuerung und Verschlackung des Körpers. Gerade diese grundlegenden Mechanismen werden in den Osteoporosetherapie noch immer viel zu wenig beachtet. Hintergrund ist hierbei, dass bei einem Überschuss von Säurebildner (z.B. die Aminosäuren aus Fleisch) und Überlastung der körpereigenen Regulation (die Verstoffwechselung von Säuren in der Leber und die Ausscheidung über Niere und Lunge) Mineralstoffe zur Neutralisation der Säuren herangezogen werden. Diese Mineralien werden aus dem Gesamtvorrat des Körpers entnommen. Da aus biochemischen Gründen vor allem das Calcium aus den Knochen genutzt wird, ist dies ein maßgeblicher Grund für die Entstehung der Osteoporose. Hinzu kommt noch, dass die gebildeten Salze oft schwer löslich sind und daher im Körper abgelagert werden. Diese Ablagerungen im sogenannten Grundgewebe, dem Gewebe zwischen den Zellen, führen zu einer Verschlechterung des Transportes von Nährstoffen aus den Gefäßen zu den Organen. Dadurch verschlechtert sich insbesondere die Ernährungssituation von Knochen und Knorpel.

Als andere Ursachen für die Häufung spezifischer Knochenbrüche im höheren Lebensalter sind auch Seh- oder Gleichgewichtsstörungen und damit eine verbundene vermehrte Sturzneigung zu nennen. Daneben führen eine allgemein verlangsamte Reaktionsfähigkeit, weitere chronische Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck) oder eine medikamentöse Behandlung (z.B. mit Schlafmittel) zu Stürzen und bei Vorliegen einer Osteoporose gehäuft zu Brüchen. Eine Schwangerschaft und Stillperiode ist schon seit langem als Risiko für die Knochen der Mutter bekannt: „Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn“. Schließlich gibt eine Mutter in der Stillperiode täglich ca. 500 ml Milch ab, was einer Menge von ca. 500 mg Kalzium entspricht.

 

Diagnose und Therapie einer  Osteoporose

 
Die Diagnose einer Osteoporose ist mit einer Kombination aus den Fortschritten der analytischen Labormedizin sowie einer ausführlichen Anamnese, einer speziellen körperlichen Untersuchung und einer qualifizierten Knochendichtemessung heutzutage keine Herausforderung für den informierten Arzt mehr.

Die Anamnese konzentriert sich auf die Erhebung bekannter Risikofaktoren und die körperliche Untersuchung auf das Vorliegen sichtbarer Veränderungen. Im Labor werden heutzutage vor allem Parameter des Knochenstoffwechsels und die genetische Veranlagung untersucht. Hier sind neben Markern für die Rate des Knochenabbaus insbesondere die Ergebnisse der Untersuchungen des Säure-Basen-Haushaltes richtungsweisend. Die Knochendichtemessung ist vor allem ein Verlaufsparameter, der an vergleichbare Untersuchungsbedingungen bei den Kontrolluntersuchungen etwa alle 6-12 Monate geknüpft ist.

Die wohl erfolgreichste Therapie der Osteoporose ist ihre Vermeidung. Daher muss eine Osteoporose so früh wie möglich erkannt werden. Nur so können Frakturen effektiv verhindert werden. Der weitere Abbau der Knochenmasse muss verlangsamt werden.

Es zeigt sich, ähnlich der Früherkennung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dass die nur regelmäßige ärztliche Diagnostik und Therapieberatung bereits ab einem Alter von 40 Jahren die Lebensqualität erhalten und Invalidität vermeiden kann.

Ausgehend von den erwähnten Ursachen der Erkrankung können vorbeugende Maßnahmen abgeleitet werden. Dies sind in erster Linie, wie prinzipiell bei allen chronischen Erkrankungen, naturheilkundliche Prinzipien wie gesunde Ernährung und ausreichende körperliche Aktivität. Bezüglich der Ernährung ist primär auf eine basenreiche, pflanzliche Kost zu verweisen. Liegt eine deutliche Störung des Säure-Basen-Haushaltes vor, ist die begleitende medikamentöse Wiederherstellung der Balance mittels Infusionen in Erwägung zu ziehen. Unter ausreichender körperlicher Aktivität ist ein an die Leistungsfähigkeit des Einzelnen angepasstes Ausdauertraining mit Gewichtsbelastung zu verstehen. So wird der Stoffwechsel im Allgemeinen und der Knochenstoffwechsel im Besonderen aktiviert.

Neben diesen Massnahmen ist die zusätzliche Gabe von Vitalstoffen (Calcium, Vitamin D3, Bor, u.v.a.) und gegebenenfalls nach einer definierten Diagnostik und Risikoabwägung ein Hormonausgleich (z.B. von Estrogen) für eine effektive Therapie wichtig. Auch hier ist die exakte Anpassung der Therapie an die Bedingungen des einzelnen Menschen von entscheidender Bedeutung. Eine Verordnung nach Schema F ohne Rücksicht auf Bedürfnisse und Gewohnheiten kann nicht zu optimalen Ergebnissen führen. Besonders hilfreich sind hierbei Untersuchungen der genetischen Ausstattung (Gentests) bezüglich Parameter des Knochenstoffwechsels. Ebenso bedeutsam, besonders im höheren Alter, ist die Sturzvermeidung. Dies verlangt nicht nur die Optimierung der Lebensräume und Vermeidung anderer Risiken (s.o.), sondern auch eine Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit und Kraft.

Wurde eine bestehende Osteoporose festgestellt, müssen diese bisher genannten Maßnahmen noch intensiviert und durch weitere Behandlungen ergänzt werden.

Zu solchen Therapiemöglichkeiten gehört die langfristige Einnahme von chemisch-synthetischen Medikamenten wie den Bisphosphonaten und die Aktivierung des Knochenstoffwechsels mittels Kernspinresonanztherapie (MBST).

Welche Behandlung für Sie in Ihrer speziellen Lebenssituation die Richtige ist, wird ihr Arzt mit Ihnen nach der ausführlichen Diagnostik besprechen. Hierbei ergänzen die ärztlichen Maßnahmen die begleitete Anpassung der Lebensumstände durch den Patienten selbst.

 

Prognose einer Osteoporose

Ohne Behandlung schreitet die Erkrankung schnell voran und führt zu dauerhaften Veränderungen wie Abnahme der Körpergröße, Rundrücken, stärksten Knochenschmerzen und vielfach zu Knochenbrüchen. Schmerzen und Bewegungseinschränkung sind dann die Vorläufer von Invalidität und Pflegebedürftigkeit. Der Vorbeugung und frühzeitigen ärztlichen Behandlung der Osteoporose kommen daher die größte Bedeutung zu, da auf diese Weise sowohl der Entstehung der Erkrankung, ihrem Voranschreiten und den Komplikationen entgegengewirkt werden kann. Aber auch in fortgeschrittenen Fällen sollte eine intensive Therapie erfolgen, um die verbleibende Lebensqualität so lange als möglich zu erhalten.

Ihr Arzt ist der richtige Ansprechpartner, um Sie über eine moderne Osteoporosediagnostik und -behandlung zu informieren. Er wird Ihr persönliches Risiko bestimmen und die notwendigen Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Ihnen ergreifen. Es lohnt sich in Ihre Knochengesundheit zu investieren!