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Moderne Arthrosebehandlung
Einleitung
Von Verschleißerscheinungen der Gelenke hat jeder schon mal etwas gehört. Vielen werden sie jedoch aus eigener leidvoller Erfahrung kennen. Sie sind bei allen Wirbeltieren, also auch bei uns Menschen, bekannt und konnten bereits an Skeletten urzeitlicher Tiere oder ägyptischer Mumien festgestellt werden.
In unseren Tagen hat sich die Arthrose verschiedener Gelenke zu einem wahren Volksleiden entwickelt. Weit über die Hälfte aller über 50jährigen sind betroffen. Sie sind die häufigste Ursache von Arbeitsunfähigkeiten und verursachen immense Kosten für unser Sozialsystem (Kosten für Berentungen, Krankheitstage, Invalidität etc.).
Anfänglich ist meist eine morgendliche Steifigkeit eines Gelenkes zu bemerken. Schreitet die Erkrankung dann weiter fort kommt es bei zunehmenden Schmerzen zu einer zunehmenden Einschränkung der Bewegungsfähigkeit.
Die Arthrose kann prinzipiell jedes Gelenk betreffen. Aus verschiedenen Gründen nimmt die Qualität und Quantität des Gelenkknorpels ab. Dieser Knorpelverlust prägt jede Arthrose und führt zu Sekundärphänomenen, wie den entzündlichen Begleitreaktionen, den Schmerzen, den Muskelabbau und letztlich auch zu teilweisen massiven Bewegungseinschränkungen. Im Röntgenbild imponiert die fortgeschrittene Arthrose mit charakteristischen Knochenveränderungen.
Eine ursächliche Behandlung ist schwierig und langwierig. Die üblichen therapeutischen Maßnahmen bekämpfen vor allem das Hauptsymptome dieser Erkrankung, nämlich die Schmerzen, mit Medikamenten. Nicht wenige Magengeschwüre sind auf den massive Einnahme von Schmerzmitteln und Entzündungshemmern, die fast alle schlecht für die Magenschleimhaut sind zurückzuführen. Wie Sie wahrscheinlich selbst wissen endet die standartmedizinische Behandlung meist mit der Implantation eines künstlichen Gelenkes. Neben diesen Maßnahmen wird daher im folgenden über alternative und neue Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen sein.
Zunächst eine kurze Einführung in die Problematik. Prinzipiell beruht jede Arthrose auf einem Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit eines Gelenkes. Es kommt zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels. Entweder ist bei normaler Belastung der Knorpel selbst zu schwach oder die Belastung zu hoch. Im ersten Fall liegt eine strukturelle, im zweiten Fall eine mechanischen Arthose vor. Oft liegen Mischformen vor.
Der mechanischen Arthrose können verschiedene Mechanismen zugrunde liegen:
- Dauerhafte Überlastung durch Übergewicht
- Kurzfristige Überlastung z.B. durch Verletzungen oder Unfälle
- Chronische örtliche Überlastung durch Fehlstellungen der Knochen (z.B. X-, O-Beine, Unfälle)
- Überlastung durch Scherkräfte (z.B. Bandinstabilitäten)
- Erkrankungen der Menisken (z.B. Risse)
Fehlernährung, mangelnde Bewegung oder chronische Entzündungen verschlechtern die Stoffwechselvorgänge im Knorpel und damit dessen Qualität. Hinzu kommen altersbedingt eine allgemeine Aktivitäts- verringerung des Stoffwechsels im gesamten Organismus z. B. durch die stetig sinkenden Hormonspiegel. Diese Vorgänge führen über die Verschlechterung der Knorpelqualität und damit der Belastbarkeit zur strukturellen Arthrose.
Der Mangel an Gelenkflüssigkeit, eine Autoimmunarthritis, eine chron. Entzündung z.B. nach Gelenktrauma, der Hormonmangel im hohen Alter oder die genetische Disposition sind andere Ursachen für einen beschleunigten Verschleiß der Gelenke.
Der Gelenkknorpel
Die Hauptaufgaben:
- Absorption von Stoß und Druck
- Reibungsarmes Gleiten der gelenkbildenden Knochen
- Ermöglichung größtmöglicher Beweglichkeit
Knorpel besteht aus kollagenen und elastischen Fasern sowie einer wasserreicher Matrix. Gebildet wird der Knorpel von Chondrozyten genannten Knorpelzellen. Nach dem Wachstumsende Ende der Pubertät werden keine neuen Knorpelzellen mehr gebildet.
Gelenkanteile: Knochen, Knorpel, visköser/zähflüssige Gelenkflüssigkeit aus der Synovia, Gelenkspalt, Gelenkkapsel, Bänder, Sehnen, Muskeln
Es ist wichtig zu wissen, dass der Gelenkknorpel keine Blutgefäße oder Nerven hat! Seine Versorgung mit den lebenswichtigen Nährstoffen erfolgt durch die Diffusion der Gelenkflüssigkeit.
Knorpelalterung
Mit den Jahren lässt die Fähigkeit unseres Körpers die normale Knorpelstruktur aufzubauen und zu erhalten nach. Die Aktivität der Reparaturenzyme und die Fähigkeit Wasser zu speichern verringern sich. Veränderungen der Strukturproteine der Grundsubstanz führen zur Verschlechterung der Diffusion und damit der Ernährung.
Prozesse: Zunahme der Wasserstoff- und Esterbindungen zwischen Kollagenmolekülen, dichtere Packung und Zunahme von Kreatin- und Chondroitin-6-sulfat, Kalksalzeinlagerung, Asbestfasern (demaskierte kollagene Fasern), subchondrale und osteophysäre Knochenbildung durch Verlust der calciumbindenden Eigenschaft der Chondroitinsulfate werden sichtbar. Der Knorpel wird härter, spröder und brüchiger; er spaltet sich, zerfällt asbestartig-faserig, wird abgerieben und dünner
Das arthrotische Gelenk
Knorpelverlust aus oben beschriebenen Gründen
Sekundärphänomene:
- entzündliche Begleitreaktionen mit Schmerzen
- Bewegungseinschränkungen
- charakteristische Knochenveränderungen im Röntgenbild (Sklerosierung/Verdickung des gelenknahen Knochens, Osteophyten/Knochenwucherungen, Zysten als Folge von Mikrofrakturen )
Es kommt zu einer Wassereinlagerung im Knorpel mit Erweichung, zu Knorpeleinrissen, freie Gelenkkörpern, Entzündungen, Schmerzen, Knochenwucherungen und als radiologisches Zeichen zu einer Verschmälerung des Gelenkspaltes.
Die häufigsten Arthrosen betreffen die gewichtsbelasteten Gelenke. Also die Kniegelenke, die Hüftgelenke und insbesondere die Wirbelsäulengelenke. Aber auch die Finger-, Zehen – und Sprunggelenke sind Lokalisationen der Erkrankung.
Die Beschwerden
Die Arthrose in ihrer latenten Form verursacht zunächst keine oder nur in bestimmten Situationen Beschwerden wie den charakteristischen Anlaufschmerzen und Gelenkknirschen. Es kommt einem vor, als sei das Gelenk eingerostet und müsste sich erst warmlaufen. Und tatsächlich werden die Beschwerden nachdem das Gelenk einige Male durchbewegt wurde auch weg. Oft treten die Symptome in diesem Stadium nur gelegentlich auf und sind auch noch erträglich. Bei der Hüftarthrose kommt es gelegentlich zu einer Schmerzausstrahlung ins Gesäss oder das Knie.
Die Patienten kommen dann aber irgendwann mit akuten Schmerzen in die Praxis oder Klinik, wenn das Stadium der aktivierten Arthrose erreicht ist (z.B. durch übermäßige Belastung). Sobald die Gelenkschleimhaut aufgrund der dauernden Reizung Entzündungsmediatoren abgibt, kommt es zu dieser aktivierten Arthrose mit Bewegungs- und Ruheschmerz, Ergussbildung (Schwellung), Überwärmung und Verlust der Gelenkfunktion. Die Veränderungen sind dann so weit fortgeschritten, dass sie nicht mehr zu kompensieren sind und zu einer Entzündung geführt haben. Hier versucht das Immunsystem z.B. mittels Fresszellen die abgeriebenen Knorpelteilchen zu entfernen. Diese Entzündungen selbst greifen jedoch auch den noch vorhandenen Knorpel an! Wie die neuere Forschung gezeigt hat sind hierbei sogenannte Zytokine wie der Tumornekrosefaktor (TNF- – Entzündung) und das Interleukin 1B (IL-1B – Knorpelzerstörung) von Bedeutung. Aufgrund der Ähnlichkeit des Beschwerdebildes mit einer akuten Gelenkentzündung aus anderen Gründen wird in der angelsächsischen Medizin auch von Osteoarthritis gesprochen.
Mit den Abwehrreaktionen klingen auch die Beschwerden ab und die Arthrose tritt wieder in eine ruhende Phase über- bis zum nächsten Mal. Dieser schubartige Verlauf mit akut entzündlichen Phasen mit starken Symptomen und ruhigeren Phasen mit relativ geringen Beschwerden ist typisch für Arthrosen.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung verschlechtern sich die anfänglichen Beschwerden zunehmend.
Wie sieht zum Beispiel ein beispielhafter Verlauf einer Kniearthrose aus.
Stellen Sie sich mal einen 50-jährigen Mann vor. Im Laufe der Jahre hat er ein Übergewicht von gut 20 kg erworben. Als Verwaltungsangestellter verbringt er seiner Zeit hauptsächlich im Sitzen. In Bewegung ist er vielleicht insgesamt zwei Stunden am Tag. Seit kurzen hat er, insbesondere nach längeren Ruhephasen, Schwierigkeiten sein rechtes Knie zu bewegen. In den nächsten 5 Jahre treten die Beschwerden immer häufiger und heftiger auf. Hinzukommen neben Schmerzen beim Treppensteigen und Bergablaufen auch eine ausgeprägte Wetterfühligkeit. Das Gelenk knirscht und knackt bei Bewegung. Schon mehrmals war das Gelenk geschwollen und gerötet.
Stadien der Arthrose
1 – nur geringe Beschwerden aber erste strukturelle Veränderungen
2 – Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit (Muskelkontrakturen) sowie erste sichtbare Risse im Knorpel
3 – die Beweglichkeit des Gelenkes ist stark eingeschränkt, es treten Entzündungen und Knochenwucherungen auf
4 – Gelenkzerstörung mit Schwund der angrenzenden Muskulatur
Untersuchungen
Zunächst lässt sich der Arzt die Beschwerden und ihre Bedeutung im täglichen Leben des Patienten berichten. Wichtig ist das zeitliche Auftreten, die Dauer und die Auslöser der Schmerzen. Aus dem Bereich der Naturheilkunde sind zusätzlich Informationen über die Schwermetallbelastung, die Säurebelastung (Eiweißüberversorgung), innerer Beweglichkeit und sozialen Folgen (z.B. Isolierung) durch die Arthrose von Bedeutung.
Es folgen Fragen nach früheren Gelenkerkrankungen, der Ernährungsweise, der beruflichen Belastung, bestehenden Stoffwechselerkrankungen, den sportlichen Aktivitäten und der Familienkrankengeschichte.
Das Gangbild, die Funktionsprüfungen und –messungen sind weitere Bausteine im diagnostischen Bild. Hier wird auf Schmerzen, Gelenkbeweglichkeit, -verformungen, -schwellung, -überwärmung, -geräusche geachtet. (? Störfelder)
Neben den Beschwerden und den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung gibt das Röntgenbild des betrofafenen Gelenkes Hinweise auf eine fortgeschrittene Arthrose. Durch die Abnahme des Knorpels kommt es zu einer Annäherung der Knochen und einer Verschmälerung des Gelenkspaltes. Im Randbereich der Gelenkfläche bilden sich wegen der veränderten Statik reaktive Knochenfortsätze(Osteophyten). Knochenrandveränderungen (subchondrale Sklerosierung) helfen ebenfalls bei der Beurteilung. Wichtig ist beim Röntgenbild immer der Vergleich mit der Gegenseite, um die Veränderungen richtig einschätzen zu können.
Laboruntersuchungen des Blutes geben ein Bild von einer eventuell vorhandenen Entzündung. (Differentialblutbild, Elektrolyte, C-reaktives-Protein, BSG, Rheumafaktoren, Harnsäure, Kreatinin, Leberwerte u.a)
Hilfreich bei der Differentialdiagnostik der Gelenkerkrankungen ist auch die chemische die Analyse der Gelenkflüssigkeit. Daher sollte z.B. ein geschwollenes und gerötetes Knie immer punktiert werden
Bei einer Arthrose ist eine höhere Viskosität der Synovialflüssigkeit zu finden und eine geringe Anzahl von Zellen, darunter wenige Granulozyten. Dagegen ist die Viskosität der Gelenkflüssigkeit bei der rheumatoiden Arthritis (RA) und den anderen Gelenkerkrankungen gering und die Zahl der Zellen kann bis zu 100.000 betragen, wobei es sich meist um Granulozyten handelt. (trübe, dünnflüssige spricht für eine rheumatoide Arthritis)
Die Untersuchung des Knorpels mittels Endoskopie (Kniespiegelung) ist dagegen schon mit mehr Vorsicht zu genießen, da sie eine massive Eingriff darstellt. Es können hierbei auch in einer Sitzung Knorpelkorrekturen ausgeführt und das Gelenk mittels Spülung von aggressiven Substanzen gereinigt werden.
DD: rheumatoide Arthrits, andere Gelenkentzündungen (bei Psoriasis, Gonorrhoe, M. Crohn, bakt. Infekt, nach Trauma), Gicht, Osteoporose
Die therapeutische Ziele
Trotz gegenteiliger Beweise halten sich die Auffassungen, dass Arthrosen zum normalen Alterungsprozess gehören, dass sie ein reines Verschleißgeschehen seien und dass sie nicht aufzuhalten oder gar zu heilen ist.
Wir wissen heutzutage, dass es verschiedene Maßnahmen gibt, die in der Lage sind wieder eine bessere Beweglichkeit bei weniger Schmerzen ohne Nebenwirkungen durch Senkung der Analgetikaeinnahme zu erreichen.
Gemeinsames Ziel von Patienten und Therapeuten ist es, die oft als unvermeidlich dargestellte Operation zu vermeiden.
Behandlungsstrategien
Zunächst eine Auflistung der verschiedenen Therapieansätze.
Beginnend mit den heute landläufig angewandten bis hin zu den modernen biologischen Ansätzen.
Entlastung = Gewichtsnormalisierung, Gehstock, Spezielles Schuhwerk, Umstellungsosteotomie
Physikalische Therapie = Kälte (akut); Wärme (z.B. Heusack, Moor, Fango), Ultraschall, Elektrotherapie/TENS (chronisch)
Zur physikalischen Unterstützung der Gelenksfunktion sind die Anwendung von Wärme sowie die verschiedenen Formen der Elektrotherapie sinnvoll (feuchte Wärme geht tiefer als trockene Wärme: z.B. Bäder vs. Rotlicht). Durch die verschiedenen Reize wird der gestörte Stoffwechsel des Gelenks und der umgebenden Weichteile wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Dies erfolgt durch die Steigerung der Durchblutung, die Dämpfung von Entzündungs-vorgängen, Entspannung der Muskulatur und die Beeinflussung der Nerven, die Schmerzen übermitteln. Die Röntgen-Reizbestrahlung ist heutzutage selten indiziert.
Bei akut entzündlich aktivierten Arthrosen ist von Wärmebehandlungen abraten, hier empfiehlt sich die Verwendung von Eispackungen. Sie hemmen die Entzündung, beschleunigen die Abschwellung und lindern die Schmerzen. So helfen sie, den akuten Entzündungszustand zu überwinden. Erst im Anschluss sollte wieder an eine Wärmebehandlung gedacht werden.
Physiotherapie = Manuelle Therapie, Bewegungsbad, Gelenkschonender Sport (Radfahren, Schwimmen, Wandern), Massagen, Krafttraining
Die Bewegungstherapie zielt auf eine bessere Durchblutung des Gelenks und auf eine bessere Versorgung des Knorpels. Dieser nimmt durch wechselnde Belastung und Entlastung die Nährstoffe wie ein Schwamm auf.
Die Sportart sollte unter dem Gesichtspunkt viel Bewegung und wenig Belastung für das Gelenk ausgesucht werden. Schwimmen ist somit hervorragend geeignet. Aber auch Wandern, Skilanglauf und Radfahren sind Sportarten, die unter Abwägung des Arthrosestadiums ebenfalls geeignet sind. Darüber hinaus wird die Muskulatur gestärkt, die wiederum das Gelenk stabilisiert. Je nach Art der Arthrose wird der Arzt bzw. Krankengymnast entsprechende spezielle Übungen auswählen, die dann regelmäßig zuhause durchzuführen sind.
Gut: Rückenschwimmen, Radfahren, Skilanglauf, Walking, Wandern
Schlecht: Tennis, Squash, Skilaufen, Handball, Fußball, Basketball, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, etc.
Gerade im Anfangsstadium der Therapie sind automatische sanfte Gelenkmobilisationen wie mit den Vital-Age Bewegungstischen besonders gut geeignet, um bei entspannter Muskulatur zu einer Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit zu kommen.
Vorteil hier ist auch die Mitbehandlung angrenzender Gelenke und der Muskulatur.
Ebenso wird durch fachmännische Massagen die Durchblutung verbessert, zudem entspannt sich die Muskulatur, und der Druck auf das schmerzende Gelenk lässt nach.
Cave: Keine Ruhigstellung
Weitere naturheilkundliche Behandlungsstrategien
Ziel einer regulatorischen/naturheilkundlichen Therapie ist die Steigerung der Durchblutung, des Stoffwechsels und des Lymphabflusses im Gelenkbereich. Eine Kombination verschiedener Ansätze ist empfehlenswert.
Phytotherapie
Brennnesselblätterpresssaft – 40% Schmerzreduktion, verbesserte Gelenkfunktion z.B. Hox alpha® über 3 Monate (13-Hydroxy-octadecatriensäure - Hemmung der Interleukin-1b und TNF-a Ausschüttung aus aktivierten T-Lymphozyten), auch in Kombination mit NSAR (zur Dosisreduktion)
Ingwer (Ginger) – antiphogistisch, antioxidativ, Hemmung der COX + LOX und der Produktion von Leukotrienen, Prostaglandinen und Thromboxan (wie NSAR)
Teufelskralle, Weidenrinde-Schmerzen
Löwenzahnpresssaft - stoffwechselanregend
Mistelinjektionen (s.c.) – Immunaktivierend (kutane Entzündungsherde mit folgenden reaktiven antiphlogistischen und immunologischen Prozesse), im Rahmen einer Neural-Segmenttherapie, langsame Dosissteigerung
Zur Anregung der körpereigenen Regulationsmöglichkeitendient auch die Eigenblutinjektionstherapie (auch in Kombination mit Ozon oder Homöopathie)
Heisteria pallida, Esche, Pappel, Goldrute
Lokal: Arnika, Eukalyptus, Beinwell (entzündungshemmende Umschläge), Rosmarin (durchblutungsfördernd, Rosarthron®-Salbe)
Erwärmend (Steigerung der Tiefendurchblutung, Erregung der Schmerz- und Wärmerezeptoren: Rubefazienzien): Capsicain (ABC-Pflaster, Lösung), ätherische Öle aus Nadelhölzern (Kiefernadel- Pfefferminzöl, z.B. Dolo-cyl®),
Akupunktur + Neuraltherapie
Nach der TCM ist die Arthrose eine „Nieren“-Erkrankung mit Qi-Stau oder Yin-Leere.
Akupunktur heilt was gestört ist, nicht was zerstört ist. Im Zentrum der Therapie steht die Schmerzbehandlung (chronisch: lokal, akut: Fernpunkte z.B. Ohr), die Stoffwechselanregung und die Störfeldtherapie mittels Neuraltherapie
Am Gelenk zur Schmerzausschaltung und Durchblutungsförderung:
Quaddelung schmerzhafter Punkte (ggf. sogenannte Injektionsakupunktur mit einem Lokalanästhetikum oder einem homöopathischen Zusatz.
Orthomolekulare Medizin
Vitamine: B-Komplex, C, E, D
Mineralstoffe: Calcium, Magnesium
Basenpulver
Spurenelemente: Zink, Selen, Bor, Mangan, Kupfer
Schwefelhaltige Aminosäuren
Glucosamin- und Chondroitinsulfate
Essentielle Fettsäuren
Glucosamin kommt in hoher Konzentration in gesunden Gelenken vor.
Es stimuliert die Proteoglycansynthese. Bestandteil der Glucosaminglycane (Wasserbindung). Es wirkt analgetisch und antiphlogistisch. Repariert verschlissenen Knorpel. Wirkungseintritt nach 2 Wochen!
Chondroitinsulfat – der „Wassermagnet“ damit auch Nährstoffeinstrom, bessere Knorpelfunktion, sitzt an Hyaluronsäureketten, Synthesestimulation von Knorpelbestandteilen
Weitere sinnvolle Vitalstoffe sind die Vitamin A, C, E sowie -3-Fettsäuren (Fischöl) und die Mineralien Mangan und Bor.
Nahrungsergänzung bei Arthrose
-Carotin (Vitamin A) 25.000IE Vitamin E 400-800mg Vitamin C 3-4x 500mg Vitamin D3 800IE Multimineral (Calcium 2g, Magnesium 1g, Zink 50mg, Selen 100-200µg, Mangan 5-20-50mg/d , Kupfer 2-6mg, Omega-3 Fettsäuren bei Entzündung 1,5-2,5g EPA) Niacin B3 1-4g Bor 3x 3mg Pantothensäure B5 L-Cystein 0,5-1g L-Methionin 0,5-1,5g Glucosamin Sulfat 3x 0,5g Chondroitin Sulfat 0,5-1g MSM (Methysulfonylmethane) 3x 0,5-1g SAM (S-Adenosylmethionin) 2x 400mg Teufelskralle 2x 480mg Brennnessel (Hox alpha®) bei Entzündung
Alternativ für NSAR frischen Ingwer essen. Bei Rheuma Pregnenolon und DHEA sowie 3g Glutamin geben. Lokal Boswenia serrata sili (+ Pregnenolon)
Stoffwechseltherapie
Entschlackung/Ausleitung durch Schröpfen, Nieren und Darmaktivierung, Sauna und Basenbäder (Ausscheidung über die Haut) Ziel: Drainage und Ausleitung, Verbesserung des Bindegewebsstoffwechsels (Lymphabfluss) und der Durchblutung Methoden: Pneumatische Pulsationstherapie (PPT), Matrixregulationstherapie (Vega-MRT), Cantharinenpflaster (bei Ergussbildung, cave: Pigmentstörungen, Wunde),
Korrektur einer Eiweißüberernährung mit Azidosen und damit folgender mangelhafter Sauerstoff und Nährstoffversorgung (lokal). Also hin zu einer laktovegetabilen, basischen Kost. Ggf. ist auch die Entsäuerung mit Basenpulver notwendig. Positiver Nebeneffekt hierbei ist die gute Mineralversorgung. Eine Ernährungsumstellung ist natürlich auch bei Übergewicht nötig.
Obwohl eigentlich ein eigenständiger Bereich hier noch einige Worte zur Homöopathie:
Akutmittel: Harpagophytum D3, Rhus toxidendron D6, Guajacum D6, Ichtyolum D3
Konstitutionsmittel: Calcicum carbonicum, Cimicifuga, Aurum, Causticum
Komplexmittel: Similiaplexe (Aconitum, Acitum Oxalicum u.a.), Oligoplexe,
Mit Ausnahme der Komplexmittel ist für eine gute homöopathische Therapie der Besuch bei einen gut ausgebildeten, klassischen Homöopathen notwendig.
Magnettherapien
Um die Stoffwechselvorgänge zu unterstützen müssen Vitalstoffe wie Vitamine und Spurenelemente reichlich vorhanden sein. Auch eine vermehrte Bewegung und gegebenenfalls die Gabe von Hormone sind dafür erforderlich.
Seit der Antike wird über den Einsatz von Magneten zur Beschleunigung von Heilungsprozessen berichtet. Bis in das 20. Jahrhundert wurden die Wirkungsmechanismen mehr im esoterischen Bereich gesucht. Erst seit vielleicht 30 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Wirkung, die elektromagnetische Wellen auf lebendes Gewebe haben. Es zeigte sich insbesondere eine Aktivierung der Stoffwechselvorgänge in den Geweben. Dies wird seit längerem z.B. mit elektromagnetischen Wechselfeldern bei schlecht heilenden Knochenbrüchen therapeutisch genutzt. So sind Magnetmatten auf dem Markt, die eher einer allgemeinen Wirkung haben. Ausgeschöpft wird auch die Möglichkeit mittels pulsierenden Magnetfeldern in begrenzten Gebieten zu behandeln.
Schmerzmedikamente
Bei akuten Reizzuständen bzw. Entzündungen des erkrankten Gelenkes fällt natürlich jede Bewegung schwer und hier sind dann kurzfristig entzündungshemmende und schmerzlindernde Präparate angezeigt. Sie helfen nicht ursächlich, können aber den Teufelskreis aus Schmerz – muskulärer Verspannung – Fehlbelastung – mangelnder Bewegung und Entzündung, die wiederum für die Schmerzen verantwortlich ist, unterbrechen.
Bei dieser symptomatischen Therapie unterscheidet man zwischen "nicht-steroidalen-Antirheumatika" oder NSAR, Kortison-Präparaten und anderen Schmerzmitteln. Am meisten eingesetzt werden die ersten beiden Substanzklassen, die schnell schmerzlindernd, entzündungshemmend und gelenkabschwellend wirken, aber auch besitzen ein hohes Nebenwirkungspotential besitzen.
Zur Linderung akuter und chronischer Schmerzen stehen verschiedene Methoden und Substanzen zur Verfügung:
Tabletteneinnahme (schmerzlindernd, entzündungshemmend – NSAR (Diclofenac, Ibuprofen/Dexibuprofen, Indometacin, Piroxicam, Vioxx®, Celebrex®, ML3000), Beofenac®, Paracetamol, Metamizol, Tramadol, verschiedene Kortisonpräparate – cave: Nebenwirkungen wie Magenschleimhautreizung bis zur Blutung, Vorsicht bei Herz- oder Niereninsuffizienz, daher keine Dauertherapie mit NSAR oder Kortison!)
Die NSAR unterdrücken die Schutzmechanismen der Magenschleimhaut. Leichte Magenbeschwerden bis hin zu lebensgefährlichen Magenblutungen können die Folge sein. Trotz der genannten Nebenwirkungen stellen NSAR bei einer stark aktivierten Arthrose eine therapeutische Notwendigkeit dar, da sie schnell Entzündung und Schmerz beseitigen und somit den Leidensdruck erheblich verringern können. Ebenso wie die NSAR haben auch die Kortison-Präparate ein hohes Nebenwirkungspotential. Auch sie sind nur für eine kurzfristige Therapie zur Unterdrückung akuter Schmerzen und Entzündungen geeignet. Diese trifft vor allem für die gelegentlich praktizierte Technik der Injektion von Kortison in ein betroffenes Gelenk zu. Kortison ist schmerzlindernd, entzündungshemmend, aber auch knorpeldestruktiv (Kortikoide verschlechtern Matrix-Syntheseleistung der Chondrozyten). Dazu kommt wie bei allen Gelenkinjektionen die Infektionsgefahr.
Andere häufiger praktizierte medikamentöse Behandlungen beinhalten die Infiltration eines Gelenkes und seiner Umgebung mit lokalen Betäubungsmittel (Lokalanästhetika an gereizte Strukturen wie Bänder, Kapsel, Sehnenansätze) oder die Aufbringung von Salben (meist NSAR)
Ungleichgewicht zwischen mechanischer Beanspruchung und Belastbarkeit führt zu Knorpelabrieb -> Einwanderung von Makrophagen (Fresszellen) -> Ausschüttung proinflamatorischer Zytokine (TNF- ; IL-1) -> Entzündung, Schwellung, Rötung, Schmerzen -> HoxAlpha®; NSAR -> Hemmung der Zytokinausschüttung bzw. der Prostaglandinsynthese
Operative Therapie
Wird zu lange gewartet oder zeigen die bisher genannten Therapien nicht den gewünschten Erfolg muss letztendlich der Einsatz eines künstlichen Gelenkes, einer Endoprothese, in Erwägung gezogen werden. Es gibt dabei die Möglichkeit das gesamte Gelenk oder nur Teile davon zu ersetzen. Viel Erfahrungen wurden in den letzten Jahrzehnten insbesondere im Hüftgelenk- und mittlerweile auch im Kniegelenkersatz gewonnen. Nach einigen Wochen können die Patienten dann meist wieder schmerzfrei das betroffene Gelenk ausreichend bewegen. Leider haben auch moderne Materialien maximal eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Das heißt, je früher ein künstliches Gelenk eingesetzt wird, umso häufiger muss sich der Patient einer erneuten Operation unterziehen. Der Austausch eines künstliches Gelenkes wird von Mal zu Mal immer schwieriger. Ziel ist daher, die Operation so lange wie möglich und erträglich hinauszuzögern. Auf die allgemeinen Operationsrisiken, der oft älteren und auch ansonsten meist nicht gesunden Patienten, und andere Schwierigkeiten kann ich hier jetzt nicht eingehen. Korrekturen von Fehlstellungen oder instabilen Bändern sowie Meniskusoperation können bei speziellen Problemen notwendig werden. Die Knorpelzelltransplantation mit im Labor vermehrten eigenen Knorpelzellen ist zwar vielversprechend, aber nur für kleine, umschriebene Defekte geeignet. Auch wir versucht durch die Verursachung kleinster Frakturen die Knorpelneubildung anzuregen. (Microfracture)
Chondroprotektiva
Die Therapie mit Basistherapeutika wirkt der Degeneration des Gelenkknorpels als der primären Ursache der Schmerz- und Entzündungssymptome entgegen (pathogenetisches Therapieprinzip). Durch die daraus resultierende Verbesserung der Gelenkfunktion kommt es auch bei den Basistherapeutika zum Abklingen von Schmerz und Entzündung, welches auch nach Absetzen der Therapie noch längere Zeit anhält. Eine vollständige Reparatur des Knorpels ist derzeit leider nicht möglich.
Als Basistherapeutika im Sinne einer Unterstützung des Knorpelstoffwechsels (Chondroprotektiva) sind insbesondere die Substanzen Hyaluronsäure, D-Glucosaminsulfat, Chondroitinsulfat, Ademetionin und Oxaceprol (AHP 200®) zu nennen.
Biopolymere Hyaluronsäure wirken als viskoelastischer Schutz mit Schmerzreduktion (=> vermehrter Bewegung – Normalisierung des Gelenkstoffwechsels – Produktion normaler Gelenkflüssigkeit)
Ademetionin ist antiinflammatorisch, analgetisch und stimuliert Proteoglykansynthese. Es hat neben dem basistherapeutischen Effekt auch eine ausgeprägte antientzündliche und analgetische Wirkung. Ademetionin ist gut verträglich und somit gerade für Risikopatienten geeignet ist, bei denen andere NSAR und Cortisonpräparate nur eingeschränkt bzw. gar nicht anwendbar sind. Auch Oxaceprol stimuliert die Proteoglykansynthese und ist antiinflammatorisch und analgetisch wirksam.
Schlussbetrachtung
Ein individuelle Diagnostik und die darauf abgestimmte Therapie ermöglichen durch Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit eine höchstmögliche Lebensqualität.
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